Aktuell: 2-tägiger Aufbaukurs „Vom Jagdaufseher zum Wildtierschützer" und 6-tägiger "Wildtierschützer-Lehrgang“

Jägerschlag 2009

 

Festlicher Jägerschlag in großem Rahmen

Einer alten Tradition folgend, wurden am Samstag 16. Mai 2009 sechsundfünfzig (56) erfolgreiche Jungjäger durch ihren Lehrprinzen und Meister, Karl-Heinz Weck, im festlichen Rahmen zum deutschen Jäger geschlagen.

Die Feierlichkeiten, im Gasthaus „Zur Linde“, in Diersburg, wurden durch die Jagdhornbläser Offenburg, unter der Leitung von Brigitte Ruf, perfekt begleitet. Der Kreisjägermeister der Jägervereinigung Offenburg, Manfred Just, und der Kreisjägermeister, Lahr, Horst Zimmer, waren erfreut über die erfolgreichen Jungjäger und lobten den hohen Qualitätsstandard der Jagd- und Naturschule Weck.

Karl-Heinz Weck dankte allen Ausbildern sowie Helfern und ermahnte seine frisch geschlagenen Jäger zu besonnenem, waidgerechten Handeln. Den Geschöpfen der Natur sei mit Ehrfurcht und Respekt zu begegnen. Er gab seinen Schülern eindringlich auf den Weg, dass die Jagd kein Freizeitspaß, sondern Verantwortung und Berufung sein müsse, um in der Tradition der Väter, mit gesellschaftlicher Akzeptanz, und vor allem unter Bestehen vor dem eigenen Gewissen zu handeln. Biologisches Denken und nicht kurzfristige persönliche Launen zeichneten den guten Jäger aus.

 

Die Schüler waren gut betreut auf die Prüfung vorbereitet. Manch einer, der zwischendurch geknickt an seinen Schießfähigkeiten zweifelte, wurde wieder aufgerichtet, zum Üben angehalten und konnte so bei der Schießprüfung, mit blank liegenden Nerven, die letzte Kugel erfolgreich ins Ziel zittern. Die schriftliche und mündlich-praktische Prüfung erforderten von den Absolventen ein hohes Maß an Einsatz um den Lehrstoff in den Bereichen, Haarwild, Federwild, Jagdrecht, Waffen- und Munitionskunde, Waffenrecht, Land- und Waldbau, Wildhege, Jagdliche Praxis, Jagdhunde, Wildkrankheiten und Naturschutz zu bewältigen. Neben Beruf und Familie kam so mancher an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

Die Jägerausbildung in Deutschland ist objektiv eine der umfangreichsten und strengsten Ausbildungen zum Waidwerk  in der ganzen Welt – einige Kursteilnehmer mutmaßten, dass es sich bei der deutschen Jägerprüfung vermutlich gar um die strengste im gesamten Universum handeln könnte.

 

In der harten Zeit der Ausbildung ergaben sich neue Kontakte und Freundschaften. Mit fundiertem Wissen und erkannten Zusammenhängen veränderte sich bei vielen die Sichtweise auf die Natur, das Leben, wie auch ihrer eigenen Handlungsweise.

Der Abschluss der Ausbildung ist somit kein Ende sondern ein neuer Anfang und eine bereichernde Erweiterung.

 

 

Die Jägerausbildung ehedem

 

Die Jägerausbildung in früheren Zeiten dauerte drei Behänge.
Im ersten Behang nannte man den Lehrling „Jägerjunge“ oder „Hundejunge“ in Anlehnung an seine Tätigkeit der Hundepflege und Fütterung.

 

Im zweiten Behang war er der „Lehrbursche“ mit einem erweiterten jagdlichen Tätigkeitsfeld. Als sichtbares Zeichen durfte er bereits das Jagdhorn an der Hornfessel tragen.

 

Im dritten Behang stand die hirsch- und holzgerechte Ausbildung im Vordergrund.

 

Die Jägerburschen wurden nach der Ausbildung ehedem mit einer Ohrfeige und den Pfunden auf den unberockten Spiegel zum wehrhaften Jäger verabschiedet – es war die Strafe des Lehrprinzen, des Meisters, für die Pein, die der junge Jäger in Unwissenheit und Unvollkommenheit dem Wild zufügte.

Die Berufsjäger, die heute kaum mehr ihr Auskommen finden, wurden mit dem Waidblatt in drei Schlägen, in Anlehnung an den Ritterschlag, mit dem folgendem Spruch zum Jäger geschlagen:

 

» Der erste Schlag soll dich zum Jäger weihen.

» Der zweite Schlag soll dir die Waidgerechtigkeit verleihen.

» Der dritte Schlag sei ein Gebot – was Du nicht kennst,

das schieß nicht tot!

 

Weil der Jägerschlag auch heute nichts an Aktualität verloren hat, wird dieses Ritual von der Jagd- und Naturschule Weck weiter gepflegt.