Aktuell: 2-tägiger Aufbaukurs „Vom Jagdaufseher zum Wildtierschützer" und 6-tägiger "Wildtierschützer-Lehrgang“

Jagdaufseher-Lehrgang März/April 2007

Kein Jungjägerwissen auffrischen,
sondern fachlich qualifizierte Jagdaufseher ausbilden

6-tägiger Lehrgang an der Jagdschule Weck

16 Männer und zwei Frauen, darunter sogar ein Jäger aus der Zentralschweiz, besuchten im März und April den Jagdaufseher-Kurs der Jagdschule Weck. Die Beweggründe, sich freiwillig einem sechstägigen Lehrgang zu unterziehen, waren so unterschiedlich wie die Teilnehmer selbst. Die meisten gaben allerdings an, ihr Fachwissen in Sachen „Jagd“ erweitern bzw. aktualisieren zu wollen. Zwölf hochkarätige Dozenten stellte dazu die Jagdschule Weck.

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Gleich am ersten Tag informierte Roland Kelemen, Technischer Aufsichtsbeamter von der Badischen Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, über Unfallverhütungsvorschriften im täglichen Jagdbetrieb. Es sind zum Glück nicht immer spektakuläre Jagdunfälle, sondern viel mehr kleinere Blessuren, die sich Jäger im Revier zuziehen. Werner Vögele, Beauftragter des DRK, zeigte, wie man sie richtig versorgt. Den Umgang mit der Motorsäge im Jagdbetrieb und die damit verbundenen Gefahren brachte Forstwirtschaftmeister Claudius Serrer den Teilnehmern näher.

 

Breiten Raum nahmen auch die rechtlichen Bestimmungen ein - vorgetragen und an praktischen Beispielen erläutert von Rolf Frenk, Polizeihauptkommissar a. D. und selbst Jagdausübungsberechtigter. Mark Graf von Pückler (Experte für Jagd- und Waffenrecht) referiert speziell über das Thema „Aktuelles aus dem Waffenrecht“.

 

Schwerpunktthemen waren auch Niederwildhege und Raubwildbejagung sowie die Rehwildbewirtschaftung. Dr. Hartmut Rang, Veterinär seines Zeichen konnte die Truppe trotz der schwierigen Materie (Wildkrankheiten und Wildbrethygiene) bei Laune halten.

 

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Während die jagdliche Öffentlichkeitsarbeit „indoor“ vermittelt wurde, ging es mit Konrektor Erich Ketterer hinaus in den Wald: Etwas verwundert reagierten einige Teilnehmer auf seine praktischen Übungen zur Waldpädagogik. Um den Wald mit allen Sinnen erleben zu können, stellte er den Kursteilnehmern verschiedene Aufgaben. So bauten sie Vogelnester, versteckten Nüsse, ertasteten Baumstämme mit verbundenen Augen und gestalteten Waldbilder.

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Auch die Waffenfans kamen auf ihre Kosten: Bernd Grumblies, Schulungsbeauftragter der Firma Swarovski Optik, präsentierte die gesamte Bandbreite der Jagdoptik. Als praktizierender Jäger weiß er genau, „wo der Schuh drückt“. Wie ein Fernsehkoch zelebrierte Metzgermeister Gerhard Keck die markt- und küchengerechte Feinzerlegung des Wildes, anhand eines Überläufers und Schmaltieres (Gatterwild).

Die absoluten Highlights, so urteilten die Teilnehmer, habe es zum Schluss gegeben. Dazu gehörten die brillanten Vorträge von Wildmeister Gerold Wandel zum Thema „Ökologischer Wildackerbau“ und „Schwarzwild-Management“. Die Argumente Wandels waren so einleuchtend und schlüssig, dass sich die meisten fragten, warum trotz besseren Wissens nicht danach gehandelt wird.

 

Nach einer theoretischen Einweisung galt es in einem Revier auf der Herrenwies authentische Schwarzwildanschüsse zu finden und zu bestimmen. Präpariert hatten diese die beiden Schweißhundeführer Bernd Schindler und Karl-Heinz Weck. In kriminalistischer Manier haben die Teilnehmer in Kleingruppen auf allen Vieren die „Tatorte“ auf Pirschzeichen untersucht und Spuren gesichert. Einen Aha-Effekt erlebten viele bei der Feststellung, dass die Pirschzeichen oft nicht so üppig ausfallen, wie es im allgemeinen erwartet wird. Und, dass die Stelle, an der man den ersten Schweiß findet, nicht immer mit dem Anschuss gleichzusetzen ist.

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In der Abschlussbesprechung äußerten sich die Teilnehmer vollen Lobes über die fachlichen Kompetenzen der Dozenten und das hohe Ausbildungsniveau. „Wir wollen in diesem Seminar kein Jungjägerwissen auffrischen, sondern die fachliche Qualifikation für angehende bzw. bereits tätige Jagdaufseher vermitteln“, sagte schließlich Karl-Heinz Weck, Leiter der Jagdschule. In der Hoffnung, dieses hochgesteckte Ziel erreicht zu haben, überreichte er den Seminarteilnehmern ihre Urkunden. Nach dem letzten der sechs, teils anstrengenden Tagen verabschiedete Weck schließlich die Teilnehmer bei frühsommerlichen Temperaturen in einem herrlichen Jagdrevier auf der Herrenwies.